Förderverein Kloster Flechtdorf e.V.

Jahresbrief 2010

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Liebe Fördervereinsmitglieder,

am Beginn des neuen Jahres gilt es zurückzuschauen auf ein bewegtes Jahr 2010 und eine kurze Vorschau auf das vor uns liegende Jahr zu versuchen.
Besucher, Aktivitäten, Öffentlichkeitsarbeit
Auch 2010 konnten wir wieder über 1000 Gäste im Kloster begrüßen. Die Klosterführer haben dabei viele interessante Menschen wie Kindergartenkinder und Eltern, Schüler und Lehrer, Konfirmanden, Studenten, Feriengäste, Historiker, Wissenschaftler, Politiker, Kirchengemeinden, Landfrauen und Senioren kennengelernt. Für ihren Einsatz danke ich ihnen ganz herzlich, wenn auch der schönste Dank die interessierten und begeisterten Gäste selber sind.
Die Besucher reisen in Gruppen aus nah und fern an oder finden sich zu den am ersten Samstag im Monat angebotenen öffentlichen Führungen ein. Manche fühlen sich durch eine offen stehende Tür eingeladen, einen Blick in unser Kloster zu werfen – was dann meist in einer Kurzführung mit einem großen Dankeschön endet.
Im letzten Jahr stellte der Naturpark Diemelsee eine nicht zu übersehende Informationstafel am Kloster auf. Sie kann am Kloster eine erste Orientierung geben und neugierig auf mehr machen.
 Im Frühjahr keimte die Idee, das Klosterbier nach überlieferter Rezeptur nachzubrauen und auf der Regionalmesse in Adorf und beim Gartentag in Korbach als Werbeträger anzubieten. Zusammen mit der Westheimer Brauerei konnte diese Idee umgesetzt werden. 800 Liter Flechtdorfer Klosterbräu wurden gebraut und in eigens dafür entworfenen schönen Gläsern angeboten. Das wohlschmeckende grüne Bier fand große Beachtung in der Presse und beim Fernsehen. Leider ist die Mindestabnahmemenge zu groß, um das Bier als ständiges Angebot vorzuhalten.
Auch 2010 fanden wieder Filz-Kurse der Kreisvolkshochschule in der Klosterscheune statt. Eine warme Mahlzeit und eine Gasheizung sorgten dafür, dass die Kreativität dabei trotz des kühlen Wetters nicht verloren ging.
Die rollende Apfelpresse machte zum zweiten Mal Station im Kloster. Leider fand sich wegen der spärlichen Ernte nur eine kleine Schar von Apfelsaftfreunden zum Pressen ein.
Am Tag des offenen Denkmals nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit zu einem Rundgang. Andere ließen sich über die Bedeutung der alten Heerstraße im Mittelalter informieren oder fanden sich bei Kaffee und Kuchen in der Klosterscheune ein. Das von der Sparkassen Kulturstiftung Hessen Thüringen gesponserte Vokalkonzert der „Stouxsingers“ fand in der voll besetzten Kirche großen Anklang.
Wir freuen uns, dass das regelmäßig am ersten Freitag im Monat im Raum der Stille angebotene Friedensgebet von Urlaubsgästen und Menschen aus der Region gern angenommen wird.
Neben der ausführlichen Berichterstattung in der Lokalpresse wurde erstmals auch im Heft „Monumente“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit über unser Kloster berichtet.
Viele Bürger informieren sich heute im Internet über ihre Ausflugsziele. Zum Begriff Kloster Fechtdorf werden fast 4500 Einträge gefunden - gut für das Kloster und gut für die Gemeinde.
Baumaßnahmen und Finanzen
Die bauhistorische und archäologische Untersuchung des Abtshauses und von Mauerresten in der Remise brachte neue, bisher unbekannte Fakten ans Licht. Danach handelt es sich beim Abtshaus um ein ehemaliges Klostertorhaus aus dem 12. Jh. , das im 16. Jh. zu Wohnzwecken, vermutlich für den Abt, umgebaut wurde. Neben den ältesten Bauteilen des West- und Südflügels besitzt das Kloster Flechtdorf damit eine weitere Rarität, die in dieser Form in Deutschland kaum noch zu finden ist.
Im Juli, bei sommerlicher Hitze übten 70 Studentinnen und Studenten der Fachhochschule Gießen-Friedberg das Bauaufmaß in Rentmeisterhaus und Abtshaus. So viel Leben hatten die alten Mauern lange nicht mehr gesehen, sogar der örtliche Bäcker musste sein Angebot aufstocken. Dieser erfolgreichen Übung verdankt der Förderverein erstmalig im Maßstab 1:50 erstellte Bestandspläne der beiden südlichen Klostergebäude.
Im vorigen Sommer konnten wir östlich der Kirche den letzten Rest Bauschutt des abgebrochenen Stalles entsorgen und den Bereich mit Mutterboden abdecken. Die Fläche soll im Frühjahr provisorisch mit Gras eingesät werden damit sie kostengünstig gepflegt werden kann.
Mit der Bewilligung von 100.000 Euro aus dem Sonderfond für gefährdete Baudenkmale nationaler Bedeutung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien wurde eine erste Baumaßnahme begonnen. Das Land Hessen unterstützte dies mit weiteren 100.000 Euro, 25.000 Euro legt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hinzu. Aus Eigenmitteln des Vereins werden 15.000 € investiert. Die Arbeiten konnten wegen notwendiger Voruntersuchungen erst im September beginnen. Sie standen unter dem Zeitdruck den größten Teil der Fördermittel bis Ende November ausgeben zu müssen, was Dank guter Zusammenarbeit der Beteiligten erreicht wurde. Gerade noch rechtzeitig vor dem frühen und heftigen Wintereinbruch im Dezember konnten die offenen Dächer wieder geschlossen werden. Restarbeiten werden zurzeit noch abgewickelt.
Für das Dach auf dem Westflügel wurde eine Schadenserhebung durchgeführt, die viele Schäden aufgedeckt hat. Da Einsturzgefahr besteht, muss der Raum im Obergeschoss, der Außenbereich vor der Ostwand sowie der ehemalige Pferdestall gesperrt werden. Leider ist auch der Dachstuhl auf dem Rentmeisterhaus und dem Südflügel in keinem besseren Zustand. Auf die ursprünglich vorgesehene Reparatur wurde vorerst verzichtet weil der Dachstuhl mit den notwendigen Finanzmitteln insgesamt saniert werden muss. In Absprache mit der Denkmalpflege werden wir uns trotz offensichtlicher Schädigungen in vielen Bereichen zunächst auf das Besucher- und Informationszentrum konzentrieren, weil auch hier konkreter Handlungsbedarf besteht.
Noch im letzten Jahr überreichten Bürgermeister Becker und Landrat Dr. Kubat jeweils einen Scheck über je 15.000 € Fördermittel für den Ausbau des Infozentrums. Wir hoffen, dass Gemeinde und Landkreis auch 2011 in gleicher Höhe Fördermittel bereitstellen können. Die Stiftung Denkmalschutz wird sich voraussichtlich mit 35.000 € an den Sanierungskosten beteiligen. Von der hessischen Denkmalpflege erhoffen wir uns wieder 100.000 € Fördermittel. Wenn es dann noch gelingt die beantragten Mittel aus dem Leader Fördertopf zu erhalten, können die begonnenen Arbeiten fortgesetzt werden und das Infozentrum kann Gestalt annehmen. Angesichts der großen Aufgaben, die vor uns liegen, ist uns jede Hilfe hochwillkommen.
Vorschau 2011
Zusammen mit der Kindergottesdienstgruppe sollen Kreuzwegstationen für den Karfreitagsgottesdienst in und um die Kirche aufgebaut werden, dafür sind Mitarbeiter und kreative Ideen gefragt.
Wir möchten den Gewölberaum im Erdgeschoss des Westflügels baldigst für Veranstaltungen wie Weinproben, Lesungen usw. herrichten. Über freiwillige Mithelfer würden wir uns sehr freuen.
Zurzeit laufen Absprachen über Konzertveranstaltungen in Kloster und Kirche. Endgültige Termine wurden noch nicht festgelegt.
Das Thema des diesjährigen Denkmaltages lautet: „Romantik, Realismus, Revolution – Das 19.Jahrhundert“. Prof. Dr. Friedhelm Brusniak hat für diesen Tag eine Veranstaltung mit der Thematik „Regionales Liedgut zur Zeit der Romantik“ zugesagt.
Der Förderverein möchte an die Erstürmung des Hospitals während der Revolution in Waldeck 1848 erinnern. Vielleicht gelingt es dazu einige Spielszenen zu entwickeln und aufzuführen. Dazu werden noch Ideen, Schauspieler und Helfer gesucht.
Zusammen mit dem Diakonissenhaus wollen wir versuchen eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Landeshospitals Flechtdorf zusammenzustellen. Wer kann uns dafür Bilder und Informationsmaterial zur Verfügung stellen?
Ein mehrsprachiges Informationsblatt über das Kloster Flechtdorf soll gedruckt werden damit wir Touristen besser ansprechen können.
Ich würde mich freuen, Sie zu einem informativen Rundgang, bei einer Veranstaltung oder bei der Arbeit im Kloster begrüßen zu können.
 
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Walter
1. Vorsitzender
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